So viel Ems Dollart Region steckt in der Männer-WM!

Weltstars und Überraschungen - die nördliche Grenzregion wird aber besonders von einem Team repräsentiert, bei dem es nicht unbedingt zu erwarten war

Die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer ist gestartet – und sowohl das niederländische Team als auch die deutsche Mannschaft haben inzwischen ihr erstes Spiel absolviert.

Zum direkten Aufeinandertreffen zwischen den Niederlanden und Deutschland kann es übrigens frühestens im Viertelfinale kommen. Wir sind gespannt, ob es beide Teams so weit schaffen…😉

Doch was uns noch mehr interessiert: Wie viel Ems Dollart Region steckt eigentlich in dieser Weltmeisterschaft? Die Antwort wird einige Fans überraschen…

Denn im Kader eines WM-Teilnehmers befinden sich gleich mehrere Spieler, die im Gebiet der Ems-Dollart-Region geboren wurden – und es handelt sich nicht um das niederländische oder deutsche Team.

Denn bekanntlich ist erstmals auch Curaçao für die WM qualifiziert – und sorgte am Montag zumindest für einen kleinen Sensationsmoment, als zwischenzeitlich das 1:1 gegen Deutschland gelang. Am Ende siegte die DFB-Elf zwar mit 7:1, aber für Curaçao ist allein schon die Teilnahme ein riesiger Erfolg.

Im Kader von Curaçao befinden sich jedenfalls gleich vier Spieler, die direkt im Gebiet der Ems-Dollart-Region geboren wurden: Juninho Bacuna und sein Bruder Leandro Bacuna sowie Jearl Margaritha kamen in Groningen zur Welt. Jürgen Locadia wurde in Emmen (Provinz Drenthe) geboren. Locadia erlangte während seiner Jahre in Hoffenheim und Bochum auch in Deutschland Bekanntheit. Leandro Bacuna schaffte über den FC Groningen sogar den Sprung zu Aston Villa.

Mit Ersatzkeeper Trevor Doornbusch ist ein weiterer Spieler mit Bezug zum nördlichen Grenzgebiet im Kader. Doornbusch wurde zwar in Haarlem geboren, verbrachte seine Kindheit und Jugend aber in Friesland, wo er die Jugendmannschaften des SC Heerenveen durchlief.

Dank ihrer Vorfahren von der Karibikinsel ist es für diese Spieler möglich, trotz ihrer Geburt in den Niederlanden für Curaçao zu spielen. Curaçao ist ein autonomes Land des Königreichs der Niederlande.

Bei so viel Grenzregion-Prägung im Kader des WM-Neulings verwundert es schon, dass das niederländische Team selbst eher wenig vom Gebiet der Ems-Dollart-Region geprägt ist. Kein einziger Spieler aus dem WM-Kader ist im Norden geboren. Aber zwei ganz wichtige Spieler hat ihre Zeit im Norden maßgeblich geprägt: Virgil van Dijk kam schon mit 19 Jahren zum FC Groningen und reifte in dieser Zeit zu dem herausragenden Verteidiger, den wir heute kennen. 2013 wechselte er nach drei Jahren in Groningen nach Glasgow zum Celtic FC.

Denzel Dumfries machte in der Saison 2017/2018 in Friesland beim sc Heerenveen den entscheidenden Zwischenschritt in seiner herausragenden Karriere. Nach einer überragenden Saison startete er bei PSV und danach bei Inter Mailand durch.

Und dann wäre da noch die besondere Beziehung des Trainers zum Norden: Ronald Koeman zog in seiner Jugend nach Groningen, spielte zunächst in Helpman und bei GRC Groningen, ehe er als 17-Jähriger zum FC Groningen wechselte – drei Jahre dort machten ihn zur Vereinslegende und waren das Sprungbrett für eine Weltkarriere, die ihren Höhepunkt in der Zeit beim FC Barcelona fand.

Die deutsche Nationalmannschaft ist – mal wieder – geprägt von vielen Spielern aus dem Westen und Süden. Aber eine besondere Persönlichkeit aus dem Gebiet der Ems-Dollart-Region ist vertreten: Deniz Undav wurde in Varel geboren. Varel liegt im EDR-Mitgliedslandkreis Friesland. Seinen Durchbruch schaffte er passenderweise auch in einem grenznahen Klub: Beim SV Meppen machte Undav von 2018 bis 2020 so sehr auf sich aufmerksam, dass der belgische Topklub Royale Union Saint-Gilloise ihn verpflichtete. Inzwischen geht der 29-Jährige für den VfB Stuttgart auf Torejagd – und traf auch gleich bei seinem WM-Debüt gegen Curaçao.

Die Weltmeisterschaft ist zwar ein globales Event – aber viele Wurzeln reichen bis in unsere nördliche Grenzregion. Bei aller großen Vermarktung ist es schön zu sehen, dass Karrieren hier bei uns in der Region im Kleinen begonnen haben oder den entscheidenden Schub bekommen haben. In diesem Sinne wünschen wir weiterhin viel Spaß bei den Spielen der WM! Dabei vergessen wir aber nicht, dass die künftigen Stars der großen Turniere vielleicht schon längst auf den Sportplätzen im Gebiet der Ems-Dollart-Region stehen. Nicht nur deshalb unterstützen wir auch mit vielen Projekten aktiv den Sport in unserer niederländisch-deutschen Region.