Dann ist es wieder so weit: Die Uhren werden umgestellt. Zweimal im Jahr gehört das in Deutschland und den Niederlanden einfach dazu.
Aber mal ehrlich: Warum machen wir das eigentlich noch? Und was bedeutet die Zeitumstellung für unsere deutsch-niederländische Grenzregion?
Am 25. Oktober ist es wieder so weit
Schon mal vormerken: In der Nacht von Samstag, 24. Oktober, auf Sonntag, 25. Oktober 2026, endet die Sommerzeit. Um drei Uhr morgens werden die Uhren auf zwei Uhr zurückgestellt. Wir bekommen also eine Stunde geschenkt, zumindest auf der Uhr. Ob wir die zum Ausschlafen nutzen oder einfach weiterschlafen, bleibt uns selbst überlassen.
Für alle, die am Wochenende in den Niederlanden und in Deutschland unterwegs sind, gibt es eine gute Nachricht: Unsere Nachbar*innen stellen ihre Uhren ebenfalls um. Deutschland und die Niederlande bleiben damit zeitlich auf einer Linie. Eine Stunde Zeitunterschied zwischen Leer und Groningen? Den gibt es nicht.
Eine Stunde mehr oder weniger? Wie war das noch gleich?
Im Frühjahr werden die Uhren eine Stunde vorgestellt, im Herbst eine Stunde zurück. Ganz einfach, oder?
Am letzten Sonntag im März beginnt die Sommerzeit. Um zwei Uhr morgens springen die Uhren auf drei Uhr. Eine Stunde Schlaf ist damit erst einmal weg. Dafür bleibt es abends länger hell, perfekt für eine Fahrradtour, einen Spaziergang oder ein Eis nach Feierabend.
Am letzten Sonntag im Oktober geht es wieder zurück zur Normalzeit, die wir meistens Winterzeit nennen. Dann wird es morgens früher hell, dafür aber auch abends früher dunkel.
Aber warum stellen wir die Uhren überhaupt um?
Die Idee dahinter klingt erst einmal ziemlich logisch: Wenn es im Sommer abends länger hell ist, brauchen wir weniger künstliches Licht. So sollte Energie gespart werden.
In Deutschland wurde die Sommerzeit 1980 erneut eingeführt. Hintergrund waren unter anderem die Ölkrise der 1970er-Jahre und die Hoffnung, Energie effizienter zu nutzen. In den Niederlanden gibt es die Sommerzeit bereits seit 1977 (das Gründungsjahr der EDR). Dort war es vor allem wichtig, mit den Nachbarländern zeitlich auf einer Linie zu liegen. Seit 1980 ist die Regelung in Europa einheitlich.
Doch ob die Zeitumstellung tatsächlich so viel Energie spart, wie ursprünglich erhofft, ist umstritten. Denn wenn es morgens später hell wird, kann beispielsweise mehr geheizt werden. Außerdem muss sich unser Körper zweimal im Jahr an einen veränderten Tagesrhythmus gewöhnen. Und wer nach der Umstellung schon einmal müde am Frühstückstisch gesessen hat, weiß: Das klappt nicht bei allen auf Anhieb.
Abschaffen? Ja, aber welche Zeit soll bleiben?
Die Diskussion darüber, ob wir die Zeitumstellung nicht einfach abschaffen sollten, gibt es schon länger. 2018 schlug die Europäische Kommission vor, die halbjährliche Umstellung zu beenden. Auch das Europäische Parlament unterstützte den Vorschlag 2019.
Eine endgültige gemeinsame Lösung gibt es allerdings bislang nicht. Denn eine entscheidende Frage bleibt offen:
Welche Zeit soll dauerhaft gelten: die Sommerzeit oder die Normalzeit?
Bei einer dauerhaften Sommerzeit wäre es im Sommer abends länger hell. Im Winter würde die Sonne dafür morgens später aufgehen. Bei einer dauerhaften Normalzeit wäre es im Winter morgens früher hell, dafür würden die Sommerabende früher dunkel.
Und gerade für unsere Grenzregion ist noch etwas wichtig: Deutschland und die Niederlande sollten auch künftig zeitlich zusammenpassen. Schließlich arbeiten, lernen, reisen und leben viele Menschen über die Grenze hinweg. Unterschiedliche Zeitzonen würden vieles unnötig komplizierter machen, von der Terminplanung bis zum grenzübergreifenden Verkehr.
Eine kleine Umstellung, die uns alle betrifft
Ob wir die Zeitumstellung mögen oder nicht: Zweimal im Jahr erinnert sie uns daran, wie eng unsere Alltagsabläufe mit der Uhr verbunden sind. Gleichzeitig zeigt sie, wie selbstverständlich vieles in unserer Grenzregion funktioniert.
Wenn in Deutschland die Uhren zurückgestellt werden, passiert das auch in den Niederlanden. Wenn wir im Frühjahr wieder eine Stunde verlieren, geht es unseren Nachbar*innen genauso.
Bis eine endgültige europäische Lösung gefunden ist, gilt deshalb auch im Herbst 2026: Am Sonntag, 25. Oktober, eine Stunde zurück und am besten kurz prüfen, ob das Smartphone die Arbeit schon erledigt hat.
Denn eines ist sicher: Eine Stunde kann ganz schön viel ausmachen. Besonders dann, wenn der Wecker klingelt.