Im Projekt arbeiten die NHL Stenden Hogeschool, die Universitäten Münster und Oldenburg, die Rijksuniversiteit Groningen sowie die Ems Dollart Region gemeinsam daran, Kindern und Jugendlichen einen unkomplizierten und praxisnahen Zugang zur Sprache und Kultur des Nachbarlandes zu ermöglichen. „Klasse!“ Läuft von Oktober 2026 bis September 2029.
„Obwohl Schulen den Wert von Nachbarsprachenunterricht erkennen, fehlen häufig Zeit, geeignete Materialien, fachliche Unterstützung und verlässliche Partner auf der anderen Seite der Grenze“, erläutert Nachbarsprachen-Expertin Lea Timmer von der Ems Dollart Region (EDR).
Genau hier setzt „Klasse!“ an: Das Projekt entwickelt Unterrichtsmaterialien, digitale Lernangebote und praxisnahe Unterrichtsformate, die Schulen eigenständig und langfristig nutzen können. Die Materialien werden in einer digitalen Nachbarsprach- und Kultur-Toolbox gebündelt und direkt für Schulen zugänglich gemacht.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Qualifizierung von Lehrkräften und zukünftigen Lehrkräften. Dazu werden Weiterbildungsangebote entwickelt und sowohl vor Ort als auch online angeboten. Gleichzeitig wird Nachbarsprachen- und Kulturunterricht stärker in die Lehramtsausbildung integriert. Die entwickelten Angebote werden wissenschaftlich begleitet und in der schulischen Praxis erprobt und weiterentwickelt.
„Klasse!“ bringt die Nachbarsprache außerdem direkt in die Schulen. Ein sogenannter „Schulmakler“ oder eine „Schulmaklerin“ unterstützen Schulen beim Aufbau grenzübergreifender Kontakte und bei der Organisation gemeinsamer Aktivitäten. Schulbotschafter*innen bieten Gastunterricht und Workshops an – beispielsweise Niederländisch an deutschen Schulen und Deutsch an niederländischen Schulen. Geplant sind jährlich rund 20 interaktive Nachbarsprach-Workshops.
Das Projekt richtet sich insbesondere an Kinder und Jugendliche im Alter von 4 bis 14 Jahren. In den Jahren 2027 und 2028 sollen jeweils 25 niederländische und 25 deutsche Klassen an vierteiligen Sprach- und Kulturangeboten teilnehmen. Damit können rund 1.400 Schüler*innen erreicht werden; zusätzliche Workshops richten sich zudem an rund 750 weitere Schüler*innen.
Auch die Schulen selbst werden zu aktiven Mitgestaltern: Sie können im Rahmen des Projektes eigene grenzübergreifende Sprach- und Kulturprojekte entwickeln und dafür Fördermittel beantragen. Möglich sind unter anderem gemeinsame Aktivitäten, Austausche und Exkursionen. „So entsteht ein lebendiges Netzwerk, in dem Schulen und Bildungseinrichtungen langfristig miteinander verbunden bleiben“, betont EDR-Geschäftsführer Vincent ten Voorde.
Das Projekt „Klasse!“ wird im Rahmen des Interreg VI-Programms Deutschland-Nederland durchgeführt und mit rund 1,24 Millionen Euro durch die Europäische Union, die Niedersächsische Staatskanzlei, das Land Nordrhein-Westfalen sowie die Provinzen Drenthe, Groningen und Fryslân mitfinanziert.