Die Weichen sind gestellt: EDR auf Kurs mit klarem Blick in die Zukunft

55. Verbandsversammlung der Ems Dollart Region: Neuer Geschäftsführer, strategische Weichenstellungen und ein optimistischer Blick in die Zukunft

In Bellingwolde fand am Donnerstag die 55. Verbandsversammlung der Ems Dollart Region statt.
In ihrer Rede begrüßte die Vorsitzende der EDR, Cora-Yfke Sikkema, die 60 Gäste.
Sikkema blickte auf ereignisreiche Monate zurück und betonte die Bedeutung von Verlässlichkeit und Kooperation: „Unabhängig von politischen Mehrheiten in Den Haag oder Berlin bleibt für unsere Grenzregion entscheidend: Wir arbeiten vertrauensvoll zusammen - zum Wohle der Region.“

Vor dem Hintergrund politischer Veränderungen auf beiden Seiten der Grenze hob sie hervor, dass die grenzübergreifende Zusammenarbeit ein Stabilitätsanker sei – insbesondere bei Themen wie Arbeitsmarkt, Wirtschaft, Mobilität und Zusammenleben der Menschen im Grenzgebiet.

Neuer Geschäftsführer vorgestellt

Ein zentraler Punkt der Versammlung war die Vorstellung des neuen EDR-Geschäftsführers Vincent ten Voorde, der sein Amt am 1. Oktober angetreten hatte.

Der 45-Jährige aus Hengelo ist in der Grenzregion tief verankert und verfügt über umfassende Erfahrung in der Arbeitsmarkt- und Regionalentwicklung sowie der grenzübergreifenden Kooperation, unter anderem durch Tätigkeiten bei der Bundesagentur für Arbeit in Nordhorn und der Gemeinde Coevorden. „Die deutsch-niederländische Zusammenarbeit ist der rote Faden in meinem Lebenslauf“, sagte Vincent ten Voorde.
Als primäre Ziele nannte der neue EDR-Geschäftsführer unter anderem die „Stärkung der Beteiligung der EDR-Mitglieder und die Stärkung der Rolle als Interessenvertretung der Grenzregion“.
Ten Voorde wurde im Anschluss an seine Vorstellung von der Verbandsversammlung auch offiziell gewählt.
EDR-Referentin Uta Loesing wurde zur stellvertretenden Geschäftsführerin ernannt.

Fortschritte in der Grenzregion: Finanzierung des GrenzInfoPunktes bis 2028 gesichert

Für zufriedene Gesichter sorgte bei den Teilnehmenden auch die Zukunftsplanung des GrenzInfoPunktes (GIP) EDR. Sowohl Deutschland als auch die Niederlande haben eine gesicherte Finanzierung bis Ende 2028 zugesagt – verbunden mit einer Mittelerhöhung.

Die Vorsitzende bezeichnete dies als „ein starkes Bekenntnis zur Bedeutung des GrenzInfoPunktes“ und als Auftrag, das Angebot weiterzuentwickeln – etwa in den Bereichen Unternehmensberatung oder Gesundheitswesen.

EDR-Nachbarsprache und Kleinprojektefonds: Fokus auf Kinder und Jugendliche

Sikkema stellte auch die starke Bedeutung der Jugend für die künftige Entwicklungsfähigkeit der Grenzregion heraus.

Mit dem Projekt EDR-Nachbarsprache, das bereits in Grundschulen läuft, sowie zahlreichen kleineren, niedrigschwelligen Begegnungsprojekten des Kleinprojektefonds werden junge Menschen frühzeitig an die Sprache und Kultur des Nachbarlandes herangeführt.

Zudem wurde ein neuer Förderantrag beim Land Niedersachsen vorgestellt:
„Unsere Grenzregion entdecken“ – ein Projekt zur Entwicklung von Themenkoffern für den Grundschulunterricht, um die Grenzregion sichtbar und erlebbar zu machen.

Erfolgreiche Netzwerkveranstaltungen und Stärkung der Verbandsarbeit

2025 organisierte die EDR zwei große Netzwerktreffen zu den Themen Ondermijning/Sicherheit sowie Tourismus.
Beide Veranstaltungen stießen auf große Resonanz und bilden die Grundlage für weitere Kooperationen.

Auf dieser Grundlage sollen dauerhafte thematische Netzwerke entstehen, in denen die EDR eine koordinierende Rolle einnimmt.

Zudem kündigte Sikkema weitere Veranstaltungen und Planungen an:

  • Am 13. Mai 2026 soll der Frühlingsempfang der EDR stattfinden
  • Zudem steht das 50-jährige Jubiläum der EDR im Jahr 2027 an

Interreg VI und Ausblick auf Interreg VII: Strukturelle Zukunft sichern

Stephanie Koch (Geschäftsführerin RPM Interreg EDR) präsentierte den aktuellen Stand des Interreg VI-Programms Deutschland-Nederland.
112 Projekte mit einem Gesamtbudget von rund 333,5 Mio. Euro (davon ca. 146 Mio. Euro EFRE) wurden bisher in der laufenden Förderperiode entlang der niederländisch-deutschen Grenze auf den Weg gebracht
Der Blick nach vorne richtet sich bereits auf Interreg VII (2028–2034).
Die EU plant ein stabiles Budget, klarere Zielsysteme sowie eine europaweite Harmonisierung – bei gleichzeitig offenen Fragen etwa zur regionalen Koordination des Förderprogramms oder zur Zukunft der Kleinprojektefonds.

Wirtschaftsplan 2026 verabschiedet

EDR-Geschäftsführer Vincent ten Voorde stellte den Wirtschaftsplan 2026 vor.

Die Eckdaten:

  • Erträge: 1.967.059,88 €
  • Aufwendungen: 1.997.334,93 €
  • Differenz: –30.275,05 €

Die Einnahmen speisen sich aus Mitgliedsbeiträgen sowie Förderungen von Niedersachsen, Interreg, dem GrenzInfoPunkt und der Regio Deal. Die größten Ausgabenposten sind Personalkosten sowie Rückstellungen für Gebäudeplanung, Fortbildungen und das EDR-Jubiläum 2027, mit denen sich auch der Differenzbetrag erklären lässt.

Ten Voorde betonte, dass trotz angespannter Haushaltslage eine solide, verantwortungsvolle Finanzplanung gewährleistet sei. Die EDR-Mitglieder folgten der Argumentation und stimmten ohne Gegenstimme zu.

Neuwahlen des Verbandsausschusses

Die Mitglieder wählten turnusgemäß neue Vorstands- und Ausschussmitglieder.
Bestätigt bzw. neu gewählt wurden unter anderem:

  • Matthias Groote (Landrat Landkreis Leer) – Vorsitzender
  • Cora-Yfke Sikkema (Bürgermeisterin Oldambt) – stellv. Vorsitzende

Als Mitglieder bestätigt wurden:
Raymond Wanders (Wethouder Gemeinde Emmen), Ard van der Tuuk (Bürgermeister Gemeinde Westerkwartier), Olaf Meinen (Landrat Landkreis Aurich), Renze Bergsma (Bürgermeister Gemeinde Coevorden), Max-Martin Deinhard (Hauptgeschäftsführer der IHK für  Ostfriesland & Papenburg), Marc-André Burgdorf (Landrat Landkreis Emsland), Jaap Velema (Bürgermeister Gemeinde Westerwolde), Johann Wimberg (Landrat Landkreis Cloppenburg).
Neu gewählt wurden Ben Visser (Bürgermeister Gemeinde Eemsdelta), Petra Lübbers (Bürgermeisterin Gemeinde Twist) und Tim Kruithoff (Oberbürgermeister Stadt Emden).


Matthias Groote bedankte sich für das Vertrauen zur erneuten Wahl zum EDR-Vorsitzenden und betonte: „Wir verstehen uns als EDR als Lobbyisten für die Grenzregion. Denn Den Haag, Hannover oder Berlin sind manchmal weit weg – und dort wird nicht immer erkannt, welche Herausforderungen es in unserer Grenzregion gibt.“

 

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