„Die Grenze ist keine Linie auf der Landkarte – sie ist der größte ungenutzte Produktivitäts- und Talenthebel Nordeuropas, wenn wir ihn gemeinsam umlegen“, betonte Sieger Dijkstra, Honorarkonsul für Deutschland, in einem Vortrag beim „Koningsdag“-Empfang in Haren (Ems). Ein 360-Grad-Arbeitsmarkt bietet viele Chancen, und damit diese nicht an nationalen Regelungen scheitern, gibt es entlang der gesamten deutsch-niederländischen Grenze die GrenzInfoPunkte (GIP), die zu allen Fragen rund um das Arbeiten und Unternehmen im Nachbarland informieren.
Erstmals hatten der Honorarkonsul und Unternehmer Sieger Dijkstra, sowie der Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Nordhorn, René Duvinage, und die GIPs der Ems Dollart Region (EDR) und der EUREGIO (Gronau) zur Feier des niederländischen Koningsdags nach Haren (Ems) deutsche und niederländische Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Bildung eingeladen.
Duvinage informierte über aktuelle Zahlen aus der Grenzregion: 910 Menschen, die in den Niederlanden wohnen, pendeln zu ihrer Arbeit in Niedersachsen, 690 davon pendeln zur ihrer Arbeit in den Agenturbezirk Nordhorn und über 2100 Niederländer:innen arbeiten sozialversicherungspflichtig in der Grafschaft Bentheim und dem Emsland. 4.520 Niederländer:innen wohnen in Deutschland und arbeiten in der niederländischen Grenzregion und insgesamt 1.460 Deutsche pendeln zur Arbeit in die niederländische Grenzregion.
In einer Podiumsdiskussion tauschten sich der Geschäftsführer der EDR, Vincent ten Voorde, Emslands Landrat Marc-André Burgdorf, Sieger Dijkstra, Professor Dr. Wolfgang Arens-Fischer (Hochschule Osnabrück) und Friso Douwstra (Deputierter der niederländischen Provinz Friesland) über die Frage, wie KI den Arbeitsmarkt verändern wird und welche gemeinsamen Strategien die deutsch-niederländische Grenzregion entwickeln kann, aus. „In den Niederlanden haben viele Provinzen schon seit Jahren eine Deutschland-Agenda, es wird Zeit, auch auf deutscher Seite eine Niederlande-Agenda aufzusetzen, um gemeinsam besser voran zu kommen“, betonte Burgdorf. Der Landkreis Emsland ist mit positivem Beispiel voran gegangen und hat vor Kurzem eine Niederlande-Agenda veröffentlicht.
René Duvinage zog abschließend das Résumé: „Wir praktizieren in unserer Region eine hervorragende grenzübergreifende Zusammenarbeit als wichtiger Motor für Beschäftigung, Austausch und wirtschaftliche Entwicklung. Die heutige Veranstaltung hat eindrucksvoll gezeigt, wie partnerschaftliches Handeln über Grenzen hinweg Menschen verbindet und gemeinsame Zukunftsperspektiven schafft.“