Digitalisierungsprozesse und innovative Neugeborenenversorgung

Eine Grafik, die ein Netzwerk unterschiedlicher kleiner Bilder zeigt und darüber ein Wärmekasten mit einem kleinen Baby drin. Die Überschriften oben "NeoVitAI" und unten "D-Flow".

Der regionale Interreg-Lenkungsausschuss der Ems Dollart Region (EDR) gab in seiner heutigen Sitzung die Zustimmung für zwei Projekte

Das Gremium gab grünes Licht für „D-FLOW“ (Digital-Flow). Das Projekt stärkt die digitale Innovationskraft kleiner und mittlerer Unternehmen in der nördlichen deutsch-niederländischen Grenzregion, indem Mitarbeitende zu sogenannten „Digiscouts“ ausgebildet werden, die in ihren Betrieben gezielt Digitalisierungspotenziale identifizieren und umsetzen. Im Mittelpunkt stehen praxisnahe Qualifizierungsangebote zu strategischer Digitalisierung, Datenkompetenz, technologischen Fähigkeiten und Kundenorientierung sowie ein strukturierter Potenzialcheck, mit dem geeignete Unternehmen ausgewählt und mit einem passenden Partnerbetrieb auf der jeweils anderen Seite der Grenze zusammengebracht werden. Ergänzend entsteht eine zweisprachige Best-Practice-Datenbank, in der Beispiele und Erfahrungen aus den teilnehmenden Unternehmen gebündelt und für die ganze Region nutzbar gemacht werden.​

Lead Partner des Projektes ist TCNN (TechnologieCentrum Noord-Nederland) in Groningen. Zum niederländisch-deutschen Konsortium gehören unter anderem die Emsland GmbH, die Jade Hochschule, die Hanzehogeschool Groningen, der MKB Cyber Campus sowie die Leannova IT-Services GmbH. Das Projekt knüpft an bestehende Initiativen wie die European Digital Innovation Hubs und frühere Interreg-Projekte an und verbindet diese mit einem neuen, auf interne Lernprozesse ausgerichteten Ansatz. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt rund 3,16 Millionen Euro. Davon werden insgesamt rund 1,59 Millionen Euro EU-Mittel aus dem Interreg VI A-Programm Deutschland-Nederland zur Verfügung gestellt. Kofinanziert wird der Förderbetrag von den Provinzen Drenthe, Fryslân und Groningen sowie der Niedersächsischen Staatskanzlei.

Ebenfalls genehmigt wurde das Projekt „NeoVitAI“. Mit dieser Initiative wird die Neugeborenenversorgung in der Region gestärkt, indem ein grenzübergreifendes Netzwerk aus Krankenhäusern, Wissenseinrichtungen und Technologieunternehmen aufgebaut wird, das den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in der Versorgung von Frühgeborenen entwickelt und erprobt. Im Zentrum steht ein KI-Implementierungshandbuch, das die komplexen technischen, organisatorischen, rechtlichen und ethischen Anforderungen in Krankenhäusern systematisch aufbereitet und damit die Grundlage für eine sichere und nachvollziehbare Einführung von KI-Anwendungen legt. Als konkretes Anwendungsbeispiel dient die Neonatologie (Lehre der Pathologie und Physiologie Neugeborener) mit dem bereits entwickelten Modell „Neolook ONE“, das Bewegungs- und Videodaten mit Vitalparametern verknüpft, um Stress, Schmerz und mögliche Komplikationen bei Frühgeborenen früher und besser zu erkennen.​

Lead Partner des Projekts ist das Universitair Medisch Centrum Groningen (UMCG). Zum Konsortium gehören unter anderem das Klinikum Oldenburg, weitere Krankenhäuser in den Nordniederlanden und in Nordwestdeutschland, spezialisierte Technologieunternehmen wie Neolook Solutions und Evidencio sowie wissenschaftliche Einrichtungen, die die KI-Modelle entwickeln, testen und evaluieren. Ziel ist es, die Versorgungsqualität für besonders vulnerable Patientengruppen zu verbessern, das Pflegepersonal zu entlasten und zugleich das Vertrauen von Eltern, Fachkräften und Öffentlichkeit in KI-gestützte Anwendungen zu stärken. Das Gesamtinvestitionsvolumen des Projektes beträgt rund 4,3 Millionen Euro. Kofinanziert wird der Förderbetrag von den Provinzen Drenthe, Groningen und Overijssel sowie der Niedersächsischen Staatskanzlei.

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