Schmerztherapie: Grenzübergreifende Kooperation soll Versorgung in der Region verbessern

Das Universitätsklinikum Groningen (UMCG) und das Klinikum Oldenburg planen in einem grenzübergreifenden Projekt die Verbesserung der Schmerzbehandlung in der Grenzregion. Ziel des Projektes ist die Bereitstellung fortschrittlicher Diagnostik sowie von Behandlungsstrategien – vor allem auch für das Gebiet zwischen den beiden Großstädten. „Denn in diesem Gebiet gibt es bisher lediglich kleinere fachärztliche Versorgungseinrichtungen. Ein grenzübergreifendes Versorgungsangebot für Patienten mit chronischen Schmerzen besteht bislang nicht“, sagt Remko Soer vom UMCG.
Nun soll mit Unterstützung von Interreg-Mitteln aus dem „Net(z)werk+“-Projekt der Ems Dollart Region (EDR) analysiert werden, ob es möglich ist, genau diese Strukturen aufzubauen. Vorgesehen ist die Entwicklung des ersten grenzübergreifenden Schmerzkonsortiums in Europa. „Damit könnten Patienten über die Grenze hinweg überwiesen werden. Das würde eine effiziente Versorgung gewährleisten. Zudem könnte durch den Wissensaustausch wissenschaftliche Forschung vorangetrieben werden“, so die Organisatoren des Projektes.
Die vorgeschaltete Analyse ist also der erste Schritt in diesem ambitionierten Vorhaben. „Mit der Befragung wollen wir ein besseres Verständnis für die aktuellen Belastungen und Probleme bekommen, mit denen Patienten, Ärzte und medizinische Einrichtungen in der täglichen Schmerzbehandlung in der Grenzregion konfrontiert sind“, so Remko Soer.
Einige Probleme sind offensichtlich: Patienten berichteten, dass sie bis zu 18 Monaten auf einen Termin bei den entsprechenden Fachärzten warten müssen. Bestimmte Fachrichtungen innerhalb der Behandlung sind zudem nicht auf beiden Seiten der Grenze verfügbar. Und generell gibt es in der Region nicht genügend Schmerzspezialisten. Diesen und bisher unbekannten Problemen soll die Analyse auf den Grund gehen.
Zugleich soll bereits ein niederländisch-deutsches Netzwerk aufgebaut werden, das den nachhaltigen Austausch zwischen Patientenorganisationen, Schmerzexperten, Krankenversicherungen, Berufsverbänden und Medizinern ermöglicht. „Das Interesse bei allen Beteiligten ist groß. Alle befürworten das Netzwerk, den Austausch und die Kooperation. Bisher hat eine strukturelle Zusammenarbeit aber noch nicht stattgefunden. Das soll sich nun ändern“, betonen die Projektpartner.
Für Juni ist zudem ein Symposium geplant, bei dem sich die Partner des neuen Netzwerkes dann auch physisch treffen und austauschen können.
Neben der Analyse und Vernetzung steht eine weitere Studie im Rahmen des Projektes im Fokus. So soll in Befragungen der Einfluss der Corona-Pandemie auf die Schmerzbehandlungen und –therapien in der Region untersucht werden.
Ermöglicht wird das Projekt „Auswirkungen der grenzübergreifenden Zusammenarbeit zur Verbesserung der Schmerzbehandlung in der Region“ mit EU-Mitteln aus dem Interreg-Projekt „Net(z)werk+“ der Ems Dollart Region

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