SAVE – grenzübergreifend die Akzeptanz der Energiewende steigern

Auf der niederländischen Wattenmeerinsel Ameland trafen sich jetzt im Rahmen des INTERREG-Projektes SAVE (SAmen Voor de Energietransitie = Gemeinsam für die Energiewende) Vertreter*innen von Kommunen aus der Grenzregion. Im Fokus stand die Erörterung von Maßnahmen, um die Akzeptanz der Energiewende zu erhöhen. Dabei wurden unterschiedliche Handlungsansätze für Kommunen diskutiert.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien gilt als tragende Säule der Energiewende. „Der Beitrag der erneuerbaren Energien zur globalen Energieversorgung wächst, insbesondere in schwierigen Zeiten wie diesen. Akzeptanz in der Bevölkerung beeinflusst entsprechende Entwicklungen, da diese unmittelbar vom Mitwirken und Engagement der Bevölkerung abhängig sind“, sagt Ramon Vryze vom Maritimen Kompetenzzentrum (MARIKO) Leer. „Der Workshop brachte viele interessante Einblicke, wie das Energiemanagement in Kommunen verbessert und die Eingliederung von Bürger*innen funktionieren kann und bereits eindrucksvoll funktioniert.“

Präsentiert wurde beispielsweise eine Web-Applikation, die es ermöglicht, den Energieverbrauch eines Gebäudes darzustellen, CO2-Bilanzen zu erstellen und somit zur Steigerung der Energieeffizienz in kommunalen Liegenschaften beizutragen. Zudem wurde erörtert, welche innovativen Maßnahmen die Gemeinde Ameland zur nachhaltigen Entwicklung ihrer Insel ergriffen hat. Dazu gehört zum Beispiel die Realisierung eines Solarparks und das kostenlose Angebot an die Bürger*innen, Wärmescans ihrer Wohnhäuser in Anspruch zu nehmen. Vertreter*innen der ostfriesischen Insel Borkum berichteten, wie unter intensiver Beteiligung der Inselbewohner*innen ein „Lebensraumkonzept“ erarbeitet wird, das zu einer nachhaltigen Entwicklung der Gemeinde beitragen soll. Am Beispiel der Gemeinde Leeuwarden wurde ein Car-Sharing-Konzept für den ländlichen Raum vorgestellt.  

Ein weiterer Teil der Veranstaltung widmete sich dem Thema Akzeptanz. Was bedeutet eigentlich Akzeptanz im energiewirtschaftlichen Kontext und warum ist sie so wichtig für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende? Vorgestellt wurden in diesem Zusammenhang bereits umgesetzte Maßnahmen und digitale Informationskonzepte zur alternativen Energieversorgung, beispielsweise ein mittels Wasserstofftechnologie beheiztes Wohnviertel in den Niederlanden.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch eine Inselrundfahrt, auf welcher u.a. die innovative Tidalkite-Technologie (Stromerzeugung mittels eines Unterwassersystems), die Wärmepumpentechnologie sowie die Brennstoffzellentechnologie veranschaulicht wurden. Das Zusammenspiel aller Maßnahmen macht Ameland zu einem guten Beispiel der Bürgerbeteiligung in der Energiewende.

„Festzuhalten ist, dass die Energiewende ein gesamtgesellschaftliches Projekt zwischen der Bevölkerung, der Wirtschaft und der Politik ist“, sind sich die Teilnehmenden einig.

Das Projekt SAVE wird im Rahmen des INTERREG VA-Programms Deutschland-Nederland mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und von den Provinzen Drenthe, Fryslân und Groningen sowie vom Land Niedersachsen kofinanziert.

Unter der Federführung der MARIKO GmbH aus Leer und dem Unternehmerverband FME setzt sich das Kernteam des SAVE-Projektes aus dem Landkreis Leer, der Gemeinde Ameland, der NettCon Energy GmbH, der Nordseeheilbad Borkum GmbH, der Hanzehogeschool Groningen und der Gemeinde Leeuwarden zusammen.

Hintergrund

Der Beitrag erneuerbarer Energien zur globalen Energieversorgung wächst. Neben politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Faktoren beeinflusst insbesondere die Akzeptanz in der Bevölkerung die Nachhaltigkeitsbestrebungen. Diese sind unmittelbar abhängig vom „Mittragen“ und dem Engagement der Bevölkerung. Bisher ist hier ein gewisses Desinteresse bzw. Unwissenheit im Hinblick auf die Energiewende erkennbar.

Hier setzt das Projekt SAVE an. Das Hauptziel des SAVE-Projekts ist es, die Unterstützung für und die Beteiligung von Bürgern und Unternehmen an der Energiewende zu erhöhen. SAVE greift die „(zwischen)menschlichen” Herausforderungen auf und trägt dazu bei, dass die Energiewende als Gesamtsystem zwischen Bevölkerung, Wirtschaft und Gebietskörperschaften/Politik (besser) funktioniert. Der Fokus des Projektes liegt dabei auf dem Ausbau von erneuerbaren Energien und den Wasserstoffanwendungen.

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