Künstliche Intelligenz, maritime Perspektiven und Bionik: Über 2 Millionen Euro für innovative Projekte in der Region

BAD NIEUWESCHANS – Grünes Licht für drei weitere Projekte in der nördlichen Grenzregion, die jetzt vom Lenkungsausschuss des INTERREG V A-Programms Deutschland-Nederland verabschiedet wurden. Die drei genehmigten Projekte haben ein Gesamtinvestitionsvolumen von etwa 2,17 Millionen Euro. Ermöglicht wird die Umsetzung der Vorhaben im Rahmen des INTERREG V A-Programms Deutschland-Nederland durch Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie von den Provinzen Drenthe, Fryslân und Groningen, vom Niedersächsischen Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung sowie vom niederländischen Ministerie van Economische Zaken en Klimaat.

Die genehmigten Projekte sind:

„Innovationen – von der Natur inspiriert“
Tiere und Pflanzen sind Vorbilder für viele Erfindungen. Wenn Menschen sich Techniken aus der Natur übernehmen, wird das Bionik genannt. Auf Basis dieses Bionik-Prinzips sollen im INTERREG-Projekt „Innovationen – von der Natur inspiriert“ acht innovative Prototypen entstehen, die sich die Techniken aus der Natur zu Nutze machen. Dabei sollen auch der wirtschaftliche Wert und die Vermarktungsmöglichkeiten geprüft werden. Die Prototypen sind thematisch vielfältig. So sollen nachhaltige Schallschutzwände für den Straßenbau entwickelt werden. Außerdem wird ein Hydrogel für die biologische Beschichtung von Saatgut entwickelt. Auch eine selbstreinigende Kartoffelverarbeitungsmaschine ist neben weiteren Prototypen geplant. Möglich wird die effiziente Umsetzung der Vorhaben durch das bereits bestehende niederländisch-deutsche Bionik-Netzwerk, das schon von 2016 bis 2020 im INTERREG-Projekt „Bionik für KMU“ erfolgreich zusammenarbeitete. In diesem Projekt wurden in grenzübergreifender Kooperation bereits Innovationen auf den Weg gebracht.
Federführender Partner (Lead Partner) ist das TechnologieCentrum Noord-Nederland (TCNN). Das Gesamtinvestitionsvolumen des Projekts beträgt 580.000 Euro.
Neben dem Land Niedersachsen und dem niederländischen Wirtschaftsministerium steuern bei diesem Projekt auch die niederländischen Provinzen Flevoland, Gelderland, Overijssel und Groningen sowie das Land Nordrhein-Westfalen Kofinanzierungsmittel bei.

KI-AGIL
Speziell kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) sollen die Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz (KI) besser nutzen können. Das ist das Ziel des INTERREG-Projektes „KI-AGIL – Künstliche Intelligenz durch agile Arbeitsformen für Betriebe“. Daraus könnten auch neue, innovative Geschäftsfelder entstehen. Im Rahmen des Projektes KI-AGIL werden dazu in grenzübergreifender Vernetzung mit den beteiligten Unternehmen effektive Methoden entwickelt. Im Fokus stehen vor allem die Bereiche Digitalisierung und Datenanalyse. Künstliche Intelligenz (KI) bietet hier viele Chancen. Große Informationsmengen über Maschinen, Aufträge, Nutzungsgewohnheiten von Kunden und vieles mehr können zu geringen Kosten erfasst und automatisch verarbeitet werden. KI organisiert das System selbst. Darauf aufbauend können mit Unterstützung der Künstlichen Intelligenz Maßnahmen und Handlungsvorschläge für die Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen entwickelt werden. Im Projekt werden die Hanzehogeschool Groningen und das Institut für Duale Studiengänge der Hochschule Osnabrück (Campus Lingen) in sechs Unternehmen der Region neue Arbeitsformen und Geschäftsmodelle auf KI-Basis erarbeiten. Zehn weitere Betriebe werden zu den Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz beraten. Es sind die Vorbereitungen, um die KI-Arbeitsweisen künftig möglicherweise auch flächendeckend auf andere Unternehmen in der Grenzregion ausweiten zu können. Das Gesamtinvestitionsvolumen des Projekts beträgt etwa 918.000 Euro.

MariX – Your Maritime Experience“  
Gemeinsam für die Zukunft in der maritimen Branche: Im neuen Projekt „MariX – Your Maritime Experience“ kommt es zu einer engen Kooperation zwischen niederländischen und deutschen Bildungseinrichtungen, wissenschaftlichen Einrichtungen und Unternehmen des maritimen Sektors. Federführend ist das Maritime Kompetenzzentrum (MARIKO) in Leer. Projektpartner sind unter anderem die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg sowie die Maritieme Academie Harlingen und das Ausbildungszentrum „ROC Friese Poort“ in Sneek.
Im Projekt werden die Erfahrungen zur Nachwuchskräftegewinnung gebündelt und konkrete Maßnahmen geplant, um Schüler*innen die Perspektiven in der maritimen Branche aufzuzeigen.  
Darüber hinaus werden „Maritime Ausbildungstage“ organisiert, an denen Schulen und Unternehmen aus den Niederlanden und Deutschland teilnehmen. 
Außerdem sind zweitägige Schülerexkursionen mit Schüler*innen aus beiden Ländern geplant, in denen sie maritime Betriebe kennenlernen und gemeinsam maritime Themen erörtern. 
Die Inhalte können in den gewöhnlichen Unterricht eingebunden werden. Im Projekt soll auch Unterrichtsmaterial mit hohem Praxisbezug entwickelt werden. Das Projekt knüpft an weitere grenzübergreifende Ausbildungs- und Arbeitsmarktinitiativen in der Grenzregion an, sodass sich zahlreiche Synergie-Effekte ergeben. Die Projekt-Organisatoren legen Wert darauf, dass eine große Zielgruppe unter den Schüler*innen angesprochen wird. Daher kommen auch innovative Lehr- und Lernansätze (z.B. Digitalisierung in der Schifffahrt und im Schiffbau, GreenShipping etc.) zum Einsatz.
Das Gesamtinvestitionsvolumen des Projekts beträgt etwa 671.000 Euro.


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