Grenzüberschreitende Ideen prägen Projekttreffen in Werlte

WERLTE – Über 35 Projektpartner des Interreg-Projekts „Groene Kaskade“ aus den Niederlanden und Deutschland sind beim 3N-Kompetenzzentrum in Werlte zu einem zweitägigen Erfahrungsaustausch zusammengekommen. Dort präsentierten und diskutierten die Teilnehmer wichtige Erkenntnisse der Praxistests und aktuelle Forschungsergebnisse.

Ziel der bestehenden Kooperationen sei es, verfahrenstechnische Innovationen auf den Gebieten der Biomasse- und Reststoffnutzung gemeinsam voranzubringen, heißt es in einer Pressemitteilung des 3N-Kompetenzzentrums. Dies sei bereits sehr erfolgreich gelungen, sagte Projektkoordinator Meis van der Heide von der Provinz Groningen. Neue strategische grenzüberschreitende Partnerschaften seien hierfür etabliert worden und hätten sich sehr positiv entwickelt.

„Die Intensivierung der Kreislaufwirtschaft durch eine verstärkte Kaskadennutzung und die Nutzung von Reststoffströmen stellt einen wichtigen Beitrag für die Wirtschaft in der Grenzregion dar“, betonte Ilona Heijen, Interreg-Geschäftsführerin der Ems-Dollart-Region. Ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen werde immer wichtiger und bleibe eine gemeinsame Zukunftsaufgabe. Das Partnernetzwerk in der Grenzregion habe laut Heijen „eine kritische Masse erreicht, um etwas zu bewegen“.

Der Projektverbund besteht aus 35 Partnern, die in elf innovativen Arbeitspaketen an neuen Lösungen arbeiten. Die „Byosis Group BV“ aus den Niederlanden zeigte Versuchsergebnisse der ByoFlex Strippungsanlage, die im Verbund mit einer regionalen Biogasanlage eine Ammoniakstrippung aus Gärresten ermöglicht. Um die Erprobung einer neuen Verfahrenstechnik zur Aufbereitung von Gärresten geht es in einem Pilotversuch der RWG Emsland Süd. Die RWG präsentierte auch ihre neu entwickelte Software, die den landwirtschaftlichen Betrieben die Erstellung der Düngebedarfsermittlung und der betrieblichen Stoffstrombilanz erleichtert.

Die Hochschulen aus Oldenburg und Münster stellten verschiedene technische Entwicklungen zur Aufbereitung von Biomasse, zu Carbonisierungsverfahren und zur biogenen Methanisierung von Kohlenstoffdioxid vor. Das 3N-Kompetenzzentrum berichtete unter anderem über den Einsatz eines Algenreaktors zur Oberflächenwasserreinigung und ist Teil des Projektmanagements.

Interessierte Unternehmen haben die Möglichkeit, im Netzwerk mitzumachen und sich mit innovativen Verfahren oder Produktentwicklungen zu beteiligen. Ansprechpartner ist das 3N-Kompetenzzentrum in Werlte mit der Mail-Adresse info@3-n.info.

Grüne Kaskade wird im Rahmen des INTERREG V A-Programms Deutschland-Nederland von der Europäischen Union mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt. Das Projekt wird durch das Ministerie van Economische Zaken en Klimaat, MWIDE NRW, das Niedersächsische Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung sowie die Provinzen Drenthe, Fryslân, Groningen und Overijssel kofinanziert.

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