EU-Fördermittel für ehrenamtliches Engagement, Orgelkultur, die Strukturierung öffentlicher Verkehrsmittel und für maritime Musik

Net(z)werk+ ermöglicht die unkomplizierte Förderung niederländisch-deutscher Initiativen und Veranstaltungen mit EU-Mitteln. Aktuelle Projektbeispiele zeigen die Möglichkeiten, die das Projekt bietet.

BAD NIEUWESCHANS – Das INTERREG-Projekt Net(z)werk+ bietet die Möglichkeit, gemeinsam niederländisch-deutsche Projekte im sozio-kulturellen Bereich zu organisieren. Der Fokus liegt auf bürgernahen Projekten. Als Projektpartner fungieren daher neben Gemeinden oder Behörden beispielsweise oft Sportvereine, Chöre, Schulen und ehrenamtliche Organisationen. Für die Projekte im Rahmen von Net(z)werk+ wurde deshalb ein vereinfachtes Fördermittel-Antragsverfahren entwickelt. Die Infos dazu gibt es unter www.edr.eu.

Voraussetzung ist bei jedem Projekt die Beteiligung mindestens eines niederländischen und eines deutschen Partners. Dann ist eine Förderung von bis zu 25.000 Euro mit INTERREG-Mitteln möglich. Aktuell wurden unter anderem diese Net(z)werk+-Projekte genehmigt:

Freiwillig über die Grenze 2.0
Ehrenamtliches Engagement spielt insbesondere im ländlichen Raum eine große Rolle. Mit dem Projekt “Freiwillig über die Grenze 2.0” wollen der Landkreis Leer und die Gemeinde Oldambt analysieren, wie ehrenamtliche Tätigkeiten organisiert werden und in welchen Bereichen es Verbesserungsbedarf gibt, um wieder mehr Bürger für ehrenamtliche Tätigkeiten zu motivieren. Dazu werden niederländische und deutsche Studenten dieses Thema in ihren Bachelor-Arbeiten aufgreifen. Universitäten und Hochschulen aus der Region werden diese Analyse wissenschaftlich begleiten. Abschließend werden die Ergebnisse im Rahmen einer Veranstaltung präsentiert und erörtert. “Freiwillig über die Grenze 2.0” schließt an das Vorgängerprojekt an, in dessen Rahmen unter anderem eine niederländisch-deutsche Ehrenamtsmesse organisiert worden war.

Orgelmagazin: Auf den Spuren von Arp Schnitger
Vor 300 Jahren starb der legendäre Orgelbauer Arp Schnitger. Er hinterließ vor allem in der Grenzregion zahlreiche Spuren – viele seiner Orgeln sind auch heute noch im Gebiet der Ems Dollart Region zu bewundern. Anlässlich des Todestages von Arp Schnitger (28. Juli) soll ein Orgelmagazin präsentiert werden, das einen Überblick über die Orgel-Vielfalt in der Region gibt. Das Magazin wird auf Deutsch, Niederländisch sowie Englisch erscheinen und richtet sich mit ausführlichen Hintergrundinformationen und Fotos sowohl an interessierte Einheimische als auch an Touristen.
Projektpartner sind die “Erfgoedpartners” aus Groningen sowie das Organeum in Weener.

Orgel-Guide: Mehr Aufmerksamkeit für Orgelmusik
In den vergangenen Jahrzehnten gab es für Konzerte auf den historischen Orgeln der Grenzregion viel Aufmerksamkeit. Doch das Interesse an der Orgelmusik nahm zuletzt deutlich ab.  In diesem Zusammenhang haben sich die Organisatoren des Projekts zum Ziel gesetzt, mehr auf die Orgelmusik und -konzerte aufmerksam zu machen. Es sollen neue Wege gesucht werden, um die Veranstaltungen in der Region bekannt zu machen. Dies soll einerseits durch Online-Informationen geschehen, andererseits aber auch mit einem “Orgel-Guide”, der eine Konzertübersicht des Nordens beinhaltet. Damit sollen auch neue Zielgruppen erschlossen werden. Projektpartner sind ebenfalls die “Erfgoedpartners” aus Groningen sowie das Organeum in Weener.

Shantyfestival Emden
In Emden finden jedes Jahr im Juni die “Matjestage” statt. Die Organisatoren dieses Projektes hatten als Ergänzung des Programms die Idee, ein großes Treffen für Shanty-Chöre aus der Region anzubieten. Die Shanties passen als Seemannslieder hervorragend zum Ambiente der Matjestage. Daher werden insgesamt 40 Shantychöre aus den Niederlanden und Deutschland auftreten. Zudem wird es einen grenzübergreifenden Austausch zwischen den Chören geben – neben dem musikalischen Gedanken steht hier ein Einblick in das maritime Leben der Vergangenheit im Fokus. Auch die musikalischen Unterschiede niederländischer und deutscher Shanties sollen verglichen werden. Projektpartner sind der Verein “Schaufenster Emden” und der “Doekegat Piratenkoor”.

Wunderline-Anschlussmobilität
Die Planung der “Wunderline”, der grenzübergreifenden Bahnverbindung zwischen Groningen und Bremen, spielt in der Region weiterhin eine große Rolle. Der Erfolg dieser Verbindung hängt aber auch von der Anschlussmobilität ab – also die Vernetzung der Bahn mit anderen öffentlichen Verkehrsmitteln vor Ort. Im Rahmen dieses Net(z)werk-Projektes werden unterschiedliche Aspekte und Möglichkeiten der Anschlussmobilität analysiert. Die Resultate der Konferenz und der Analyse werden bei einer grenzübergreifenden Abschlussveranstaltung präsentiert.
Zudem findet eine Vernetzung im Zuge mehrerer Arbeitskonferenzen zum Thema niederländisch-deutscher Anschlussmobilität statt. Darüber hinaus soll generell ein Netzwerk aller entlang der “Wunderline” gelegenen Orte entstehen. Projektpartner sind die Provinz Groningen und der Landkreis Leer.

Ermöglicht wird die Umsetzung der genehmigten Net(z)werk+-Projekte im Rahmen des INTERREG V A-Programms Deutschland-Nederland durch Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie von den Provinzen Drenthe, Fryslân und Groningen sowie vom Niedersächsischen Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung. Lead Partner des Projektes Net(z)werk+ ist die Ems Dollart Region (EDR) in Bad Nieuweschans.



Newsletter
© EDR.eu 2019