Sechs neue Projekte tragen zur Entwicklung der niederländisch-deutschen Grenzregion bei

Foto: Pius-Hospital

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ASSEN – Grünes Licht für sechs neue Projekte in der Grenzregion, die jetzt bei der Lenkungsausschuss-Sitzung des INTERREG V A-Programms Deutschland-Nederland in Assen verabschiedet wurden.
Die sechs genehmigten Projekte haben ein Gesamtinvestitionsvolumen von etwa 9,5 Millionen Euro. Ermöglicht wird die Umsetzung der Vorhaben im Rahmen des INTERREG V A-Programms Deutschland-Nederland durch Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie von den Provinzen Drenthe, Fryslân und Groningen, vom Niedersächsischen Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung sowie vom niederländischen Ministerie van Economische Zaken en Klimaat.

Zu den genehmigten Projekten gehört mit „Common Care“ eine Kooperationsinitiative zwischen niederländischen und deutschen Gesundheitseinrichtungen. Projektpartner sind das Universitair Medisch Centrum Groningen (UMCG), die Universitätsklinik für Medizinische Strahlenphysik des Pius-Hospitals in Oldenburg, das Klinikum Leer und die Pflege- und Gesundheitsorganisation „Treant Zorggroep“. Zudem beteiligen sich weitere Krankenhäuser, Krankenversicherungen und Patienten-Organisationen.

Die Organisatoren von „Common Care“ haben sich zwei Ziele gesetzt: Zum einen soll eine nachhaltige grenzübergreifende Infrastruktur im Bereich Pflege und Gesundheit aufgebaut werden. Zum anderen soll das Gesundheitsangebot generell verbessert werden.
Eines der Vorhaben ist, einen Patienten-Austausch in den Bereichen Orthopädie und Radiotherapie zu ermöglichen. Damit soll für die Menschen in der Grenzregion eine umfassende medizinische Betreuung sichergestellt werden.

Franz-Josef Sickelmann, Vorsitzender des EDR-INTERREG-Lenkungsausschusses und Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung Weser-Ems, betont: „Jeder Bürger muss die Möglichkeit haben, die bestmögliche medizinische Versorgung in Anspruch nehmen zu können. In der Grenzregion sollten wir dafür auch über die Grenze schauen. Wenn es auf der anderen Seite der Grenze Spezialisten gibt, die Patienten mit kürzerer Wartezeit und zielgerichteter behandeln können, dann sollten wir diese Möglichkeiten nutzen.“

Auf Grundlage der Erfahrungen in den Projektbereichen Orthopädie und Radiotherapie soll die Kooperation später auch auf andere medizinische Bereiche ausgeweitet werden. Ziel ist die Schaffung eines umfassenden grenzübergreifenden medizinischen Netzwerks.

Das Gesamtvolumen des Projekts „Common Care“ beträgt rund 1,1 Millionen Euro. 540.000 Euro davon stammen aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE). Kofinanzierer sind das Niedersächsische Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie die Provinzen Drenthe und Groningen.

Im Rahmen des Lenkungsausschusses wurden zudem die Projekte Food 2020 (Phase 2), Grenzübergreifende Ökologische Verbindung und Kontaktlo(o)s Laden auf den Weg gebracht.

Neben den bereits genannten Partnern finanzieren bei FOOD 2020 auch das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium sowie die Provinzen Gelderland, Limburg, Noord-Brabant und Overijssel mit. In diesem Projekt kooperieren Partner aus dem gesamten niederländisch-deutschen Grenzgebiet.

Mit den Projekten „Jüdisches Leben in der Grenzregion“ und „Nördlicher Orchesterverbund“ (NOV) wurden zudem zwei kulturelle Initiativen vom Lenkungsausschuss genehmigt.

„Mit diesen Projekten werden in den kommenden Jahren viele Aktivitäten und Netzwerke entwickelt, die zum weiteren Ausbau der grenzübergreifenden Zusammenarbeit in der Wirtschaft und Kultur beitragen “, so Hermann Wessels, INTERREG-Geschäftsführer bei der Ems Dollart Region (EDR).

Foto: Lukas Lehmann

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