Großes Interesse am frühen Erlernen der Sprache des Nachbarn

Foto: Arbeitsmarkt Nord / Ems Dollart Region

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RHEDE (EMS)Welche Rolle kann das Erlernen von Sprachen schon in der Grundschule spielen? Dieser Frage gingen 40 Teilnehmer des ersten deutsch-niederländischen Inspirationsnachmittags „Frühe Nachbarsprache!“ auf den Grund. Die Veranstaltung fand jetzt in der Ludgerusschule in Rhede (Ems) statt. Als Mehrsprachigkeits-Expertin war Dr. Joana Duarte zu Gast.

Die 40-Jährige ist für mehrere deutsche und niederländische Universitäten tätig. Sie berichtete in ihrem Vortrag, dass sich inzwischen die CLIL-Methode (Content and Language Integrated Learning) zum Sprachenlernen besonders bewährt habe. Einige Fächer können dabei in einer Fremdsprache unterrichtet werden. Der so genannte CLIL-Unterricht ist somit ein integrierter Sprach- und Sachfachunterricht. Dr. Joana Duarte zeigte aber auch Wege auf, das Erlernen von Sprachen schon früh zu fördern. „Es fängt schon mit einfach zu realisierenden Maßnahmen an – zum Beispiel die mehrsprachige Beschriftung von Schildern in den Schulen. Aber auch so genannte Sprachbuddys, die jüngere Schüler beim Sprachenlernen unterstützen, können sehr hilfreich sein.“ Besonders entscheidend sei im jungen Alter ohnehin die Art der Vermittlung von Sprache: „Diese sollte kommunikativ und interaktiv, also spielerisch, geschehen.“ Kinder müssen ein eigenes Sprachbewusstsein entwickeln, so die Expertin.

Auf dieser Basis könne das Erlernen der Sprache in authentischen Sprachsituationen und durch Kontakte in das Nachbarland forciert werden. Dabei helfe zum Beispiel auch schon ein grenzübergreifender Austausch mit Schülern über Skype.

Im Anschluss an den Vortrag erörterten die Teilnehmer des Inspirationsnachmittags in so genannten „offenen Tischgesprächen“ unterschiedliche Themen. Die Grundschule Weener stellte ihren Niederländisch-Unterricht vor. Schulen aus Assen, Aurich, Georgsdorf und Daalerveen erläuterten, wie grenzübergreifend Kontakte zwischen Schulen geknüpft werden können und wie diese Kontakte intensiviert werden. Doch auch die wissenschaftliche Expertise stand unter Anleitung von Dr. Joana Duarte im Blickpunkt eines „Tischgesprächs“.

Lea Timmer und Peter Geerdink zogen ein positives Fazit der Veranstaltung: „Das Interesse am Thema ist offensichtlich groß. Das zeigen uns auch die vielen Anfragen von Grundschulen, die uns zum Erlernen der Nachbarsprache im jungen Alter erreichen.“ Timmer und Geerdink sind im Rahmen des Dachprojektes „Arbeitsmarkt Nord“ verantwortlich für den Baustein „Frühe Nachbarsprache!“. Lead Partner des Projektes „Arbeitsmarkt Nord“ ist die Ems Dollart Region (EDR) in Bad Nieuweschans. Das Projekt wird ermöglicht mit EU-Mitteln aus dem INTERREG V A-Programm Deutschland-Nederland.

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